Greenville & Leland

Zwei Kleinstädte ganz nahe beieinander glänzen mit großen Bluesfestivals und Museen über den Blues am Highway 61, die Jahrhundertflut von 1927, Feuerwehrautos – und Kermit den Frosch.

Wer durch Greenville schlendert, trifft den „Patrioten”, jenen Ritter, der eisern vor dem Friedhof Wache steht, oder kommt mit dem Musiker ins Plaudern, der eben noch den Highway 61 Blues sang. Man erfährt, dass „Cathead“ nichts mit Katzen zu tun hat, sondern mit Volkskunst und Gebäck – und dass den „Mojo bag“ nur öffnet, wer sein Glück herausfordern will.

Am Herzschlag des Blues! Ob Mississippi Delta Blues and Heritage Festival im September oder Mighty Mississippi Music Festival nur einen Monat später: Greenvilles Open-Air-Konzerte sind Legende. In der Stadt am Ol' Man River im Mississippi Delta, die nicht verwechselt werden sollte mit Greenwood ebenfalls im Delta, finden sich sieben Tafeln des Mississippi Blues Trail, so auch vor dem Highway 61 Blues Museum in Leland, benannt nach dem "Blues Highway", die Nord-Süd-Landstraße am Mississippi entlang, die Bob Dylan besungen hat. Gleich um die Ecke vom Museum findet man großflächige Wandmalerien mit Portraits ganz großer Bluesmusiker - eines der beliebtesten Fotomotive in Mississippi. Der Greenville Blues Walk und die Blueskneipen der Walnut Street sind ebenfalls ein Muss. Und dazu passende Küche gibt es auch: zum Beispiel bei Shutgun House Barbecue, wo nicht nur leckere Rippchen und Steaks auf den Tisch kommen, sondern auch Körbe voller Alligatorenschwänze.  

Kein anderer Landkreis im Delta zählt mehr Museen als Greenville-Washington. Von frühen Feuerwehrautos bis zu indianischen Hügelbauwerken und der großen Mississippi-Flut von 1927: Alles ist hier des Erinnerns würdig. Der Muppets-Schöpfer Jim Henson wurde in Greenville geboren und wuchs im nahen Stoneville auf. Das ihm gewidmete Museum in Leland erzählt seine Lebensgeschichte und alles über Kermit den Frosch. Die Flut von 1927 war eine der größten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA. Eine kleine Ausstellung zeigt Fotos dieser Sintflut und Rettungsboote aus der Zeit, als die Mississippi-Deiche längst noch nicht so stark waren wie heute.