Greenwood

An der Wegkreuzung von Gestern und Heute, von Stadtleben und weitem grünen Plantagenland liegt Greenwood, eine Perle des Mississippi Delta.

Hier in Greenwood soll es sich zugetragen haben, dass der Bluesmusiker Robert Johnson an einer staubigen Kreuzung mit dem Teufel einen Handel einging. Johnsons Seele gegen die Fähigkeit, den Blues wie kein Zweiter spielen zu können. Wie alle Verträge mit dem Leibhaftigen stand auch in diesem sehr viel Kleingedrucktes und so beendete das Gift eines eifersüchtigen Ehemannes Johnsons Leben als er gerade mal 27 Jahre alt war. Der Teufel mag damals kassiert haben, für Bluesfans in aller Welt hat sich das Geschäft ausgezahlt. Denn in seiner kurzen Karriere schrieb Johnson Ur-Songs des Blues, die heute noch von Eric Clapton, den Rolling Stones und Bob Dylan gesungen werden.

Auf dem Friedhof der Little Zion Baptist Missionary Church draußen vor der Stadt steht sein Grabstein, immer geschmückt mit Whiskeyflaschen und anderen Geschenken. Auch wenn noch zwei andere Orte die Ehre für sich beanspruchen, hier soll er wirklich begraben liegen. Genau wissen wird man es wohl nie. Der Mississippi Blues Trail führt in Greenwood und seinem Umland nicht nur zu Johnson, sondern auch zu Hubert Sumlin, B.B. King und Furry Lewis sowie zur Radiostation WGRM. Wichtige Rollen in der Bürgerrechtsbewegung spielten die Freimaurerloge Elks Hart Lodge # 640 und der Landladen von Money, von dem noch die Ruine zu sehen ist.

Greenwood hat Alleen, an denen teure Häuser Spalier stehen, aber auch den armen afroamerikanische Stadtteil Baptist Town. In beiden Teilen der Stadt drehte Regisseur Tate Taylor seinen Film The Help. Es gibt gute Führungen durch Baptist Town und eine deutschsprachige Broschüre, mit der man zu den wichtigen Orten des Films findet.

In der Kochschule von Viking, Hersteller hochwertiger Küchengeräte mit Sitz in Greenwood, lernen Touristen in unterhaltsamen Kochkursen, Südstaaten-Küche zuzubereiten. Wer nicht selber kochen mag, der hat in Greenwood eine große Auswahl an Restaurants, die mit Soul Food, Barbecue und Green Fried Tomatoes locken.

Ebenfalls von Viking betrieben wird das kleine Luxushotel The Alluvian. Drei Mal kam das Haus unter „die besten Übernachtungsmöglichkeiten“ des Reisemagazins Condé Nast Traveler. Im Hotel-Restaurant essen die Gäste in Séparées.

In den Tallahatchie Flats dagegen, draußen auf dem Lande, nur eine Meile von Robert Johnsons Grabstein entfernt, wohnt man rustikal und zugleich komfortabel in alten Landarbeiterhütten. In einer der Bretterbuden verbirgt sich eine Blueskneipe im Jukejoint-Stil.

Die Innenstadt von Greenwood wurde liebevoll renoviert. Viele Häuser stehen unter Denkmalschutz und einige der Restaurierungen sind preisgekrönt.