Jackson

Auf halber Strecke zwischen Memphis und New Orleans gelegen, präsentiert sich die 500.000 Einwohner zählende Hauptstadt Mississippis seit 1821 gastfreundlich, ausgeprägt südstaatlich und mit Charakter.

Besucher wählen in Jackson zwischen 300 Restaurants, 49 Hotels, 19 Museen, jährlich über 65 Veranstaltungen, reichlich Kultur, diversen Outdoor-Vergnügungen sowie vielen Einkaufsmöglichkeiten. Dazu lacht meistens die Sonne. Zu erleben gibt es etwa das Haus der Erfolgsautorin Eudora Welty, einen Abend in einer echten Bluesbar oder die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung im Medgar Evers House.

In Jackson eröffneten Anfang 2018 das Mississippi Civil Rights Museum und am selben Ort, durch einen gemeinsamen Eingang erreichbar, auch das Museum of Mississippi History, das die gesamte Geschichte des Staates zeigt. Auf insgesamt mehr als 18.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche gewinnen Besucher tiefe Einblicke in die indianische Urgeschichte des amerikanischen Bundesstaats am Unterlauf des Mississippi River, die Ankunft der ersten europäischen Siedler, die Ära der Sklaverei auf den Plantagen, den Bürgerkrieg mit der ersten Befreiung der Afroamerikaner – bis zur rechtlichen Gleichstellung als zweite Befreiung in den 1960er-Jahren, welche die Bürgerrechtsbewegung gegen erbitterten Widerstand vieler Rassisten bis hin zu den Terrormorden des Ku Klux Klan durchsetzte.

Das 1903 im Beaux-arts-Stil errichtete “neue” Kapitol krönt ein vergoldeter Adler, der mit voller Absicht gen Süden blickt, also gerade nicht in Richtung der Bundeshauptstadt Washington. Bluesfans fühlen sich in F. Jones Corner im alten Farish Street District wohl. Legendär ist auch der “Blue Monday” im Hal and Mal’s. Kann schon vorkommen, dass Dorothy Moore hier persönlich “Misty Blue” singt. Tafeln des Mississippi Blues Trail für Cassandra Wilson und Otis Spann sowie für Labels wie Malaco und Trumpet Records zeigen, dass Jackson Musikgeschichte geschrieben hat.

Jedes dritte Wochenende im August feiert Jackson sein musikalisches Erbe mit dem “Jackson Rhythm and Blues Festival”. Auf den Bühnen stehen Mississippis Bluesmusiker ebenso wie regionale und nationale Rhythm-and-Blues-Größen. Im Ambiente einer kleinen Großstadt heizen sie dem Publikum kräftig ein. Schauplatz ist das Mississippi Agriculture and Forestry Museum am Rande von Downtown, das sich für die Dauer des Festivals in einen „Juke joint“ verwandelt. Auf fünf Bühnen spielen mehr als 30 Bands. In den letzten Jahren gaben sich auch The Isley Brothers, Chaka Khan, Macy Gray, Ziggy Marley oder der legendäre “Mr. Bad” Bobby Rush die Ehre. Und wer sich nach einem aufregenden Festival-Abend stilvoll ausschlafen möchte, der übernachtet im Historic Fairview Inn. Dieses Boutique-Hotel mit dem unverkennbaren Look einer Vor-Bürgerkriegs-Villa bietet Übernachtungs-Komfort wie aus einer vom Winde verwehten Zeit.