Ausstellung zeigt Kunst der Chickasaw

Gegenwartskunst der Chickasaw-Ureinwohner zeigt eine Sonderausstellung des Mississippi Museum of Art in Jackson.

Die Ausstellung VISUAL VOICES: Contemporary Chickasaw Art zeigt bis zum 2. Juni 57 Arbeiten von 15 Chickasaw-Künstlern der Gegenwart. Thema der neuen Schau im Mississippi Museum of Art in Jackson ist die komplexe Beziehung zwischen dem Leben der Chickasaw-Ureinwohner in der US-amerikanischen Gesellschaft und ihrer reichen Stammesgeschichte und -kultur.

„Eines der wichtigsten Merkmale von VISUAL VOICES ist die ausgeprägte Individualität und Vielfalt, die in den ausgewählten Medien, Stilformen und Verfahren zum Ausdruck kommt“, sagt die Kuratorin Dr. Manuela Well-Off-Man. „Was aber alle diese Arbeiten verbindet, ist das starke Bewusstsein der Künstler von ihrer Chickasaw-Identität.“ Well-Off-Man ist die Chefkuratorin des IAIA Museum of Contemporary Native Arts (MoCNA), das zum Institute of American Indian Arts in Santa Fe gehört. Sie hat an der Ruhruniversität Bochum in Kunstgeschichte promoviert, an der Universität zu Köln ihren Master im selben Fach gemacht und an der Universität Heidelberg ein Bachelor-Studium in Archäologie und Pädagogik absolviert.

Die Wanderausstellung VISUAL VOICES hatte ihren Start im Kunstmuseum der Universität von Oklahoma vom 8. Juni bis 9. September 2018. Im Mississippi Museum of Art, dem Kunstmuseum des Staates Mississippi in der Hauptstadt Jackson, macht sie zum zweiten Mal Station.

Die Chickasaw siedelten ursprünglich in weiten Teilen der heutigen Staaten Mississippi und Tennessee. Sie zählten zu den „fünf zivilisierten Stämmen“, die viel von der Kultur der europäischen Siedler und Eroberer übernommen hatten und galten einstmals als „unbesiegbares Volk“. Dies bewahrte sie aber nicht davor, im berüchtigten „Trail of Tears“ der 1830-Jahre westwärts ins Gebiet des heutigen Oklahoma vertrieben zu werden. Weiterhin leben einige Chickasaw in Mississippi.