Reisen mit Rassentrennung

Das National Civil Rights Museum zeigt, wie Afroamerikaner während der Rassentrennung in den Südstaaten reisen mussten. „The Negro Motorist Green Book“ war der Reiseführer, der auflistete, wo sie überhaupt essen, übernachten oder tanken durften.

Menschen dunkler Hautfarbe war es während der Rassentrennung in den Südstaaten der USA bis in die 1960er-Jahre hinein verboten, Geschäfte nur für Weiße zu betreten. Das große Museum der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in Memphis ist bis zum 3. Januar die erste Station einer neuen Wanderausstellung „The Negro Motorist Green Book“ der renommierten Museumsgesellschaft Smithsonian Institution aus Washington. Es geht um einen Reiseführer für afroamerikanische Autofahrer, der von 1936 bis 1967 erschien und neben Hotels und Motels sowie Restaurants auch Friseur- und Schönheitssalons, Autowerkstätten und andere Geschäfte auswies, die Schwarze bedienten. Herausgeber war der Afroamerikaner Victor Hugo Green, ein Postbote aus Harlem in New York City.

Das National Civil Rights Museum in Memphis ist nicht ohne Grund erster Stopp der neuen Schau. Es entstand rund um das ehemalige Lorraine Motel, das auch im Green Book gelistet war und auf dessen Balkon am 8. April 1968 Dr. Martin Luther King, Jr. von der Kugel seines Mörders getroffen wurde.

Von Candacy Taylor kuratiert, zeigt die Ausstellung viele Dinge, die sich damals im Reisegepäck afroamerikanischer Motoristen aus der Mittelschicht fanden, seien es Lockeneisen oder spezielle Pomade – und auch Dinge, die ihnen begegneten: zum Beispiel die Registrierkasse einer Tankstelle und Uniformen eines Hotels. Zu sehen sind zudem viele Fotos und Filme, darunter Videos von Zeitzeugen, die ihre Erfahrungen schildern. Einige der Fotos stehen auch auf der Website des Museums.

Im Spielfilm Green Book - eine besondere Freundschaft von Peter Farrelly, der in den USA 2018 und auf Deutsch 2019 herausgekommen ist, geht es um eine Reise durch die Südstaaten in dieser Epoche und ebenfalls das „Green Book“.